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Article: Warum wir wieder von Hand schreiben sollten

Warum wir wieder von Hand schreiben sollten

Warum wir wieder von Hand schreiben sollten

Über Gedanken auf Papier, herumliegende Post-its und die überraschende Aktualität einer alten Gewohnheit.

Ich gehöre noch immer zu den Menschen, die ihre Gedanken, Ideen und To-do-Listen am liebsten von Hand festhalten. In Notizbüchern, auf losen Zetteln und – zugegeben – auf ziemlich vielen Post-its, die sich bei mir überall ansammeln.

Eine junge Praktikantin fragte mich einmal, weshalb ich eigentlich ständig etwas aufschreibe, statt einfach eine Liste auf meinem Smartphone zu führen.

Meine Antwort war ganz einfach: Weil ich meine Gedanken so besser verarbeiten kann. Wenn ich etwas von Hand notiere, beschäftige ich mich bewusster damit. Und wenn der Zettel anschliessend sichtbar auf meinem Schreibtisch liegt, erinnert er mich ganz nebenbei daran, was noch zu erledigen ist.

Natürlich könnte ich alles digital organisieren. Vielleicht wäre mein Schreibtisch dann sogar etwas aufgeräumter. Aber für mich funktioniert Papier eben anders.

Und damit bin ich offenbar nicht allein.

Wenn Gedanken sichtbar werden

Wir tippen heute unzählige Nachrichten, E-Mails und Notizen. Alles ist jederzeit verfügbar, lässt sich verschieben, löschen oder mit einem Klick weiterleiten.

Doch beim Schreiben von Hand passiert etwas anderes. Wir nehmen uns einen Moment Zeit, um einen Gedanken zu formulieren und ihn aufs Papier zu bringen.

Dabei geht es nicht unbedingt um schöne Handschrift oder perfekte Ordnung. Ein Notizbuch darf voller Ideen, Skizzen, durchgestrichener Wörter und halbfertiger Gedanken sein.

Vielleicht liegt gerade darin sein besonderer Wert.

Warum Handschrift mehr ist als Nostalgie

Dass das Schreiben von Hand mehr sein kann als eine lieb gewonnene Gewohnheit, beschäftigt auch die Wissenschaft.

Eine 2024 veröffentlichte Metaanalyse von 24 Studien zeigt, dass Studierende, die ihre Notizen von Hand anfertigen und anschliessend wiederholen, im Durchschnitt bessere Lernergebnisse erzielen als Studierende, die ihre Notizen auf einer Tastatur tippen.

Ein möglicher Grund: Weil wir von Hand meist langsamer schreiben, müssen wir stärker auswählen, was wirklich wichtig ist, und Informationen in eigene Worte fassen.

Dieses langsamere Tempo kann auch etwas Befreiendes haben. Statt jeden Gedanken möglichst schnell festzuhalten, nehmen wir uns einen Moment, um ihn bewusst zu formulieren.

Natürlich ist digitales Schreiben praktisch und aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch unterschiedliche Werkzeuge ermöglichen auch unterschiedliche Arten, Informationen zu verarbeiten.

Und manchmal tut es einfach gut, den Bildschirm beiseitezulegen.

Zurück zu Papier und Stift – ausgerechnet in Skandinavien

Interessanterweise findet gerade in einigen skandinavischen Ländern ein Umdenken statt.

Schweden, lange ein Vorreiter bei der Digitalisierung des Unterrichts, setzt wieder verstärkt auf gedruckte Schulbücher, Lesen und grundlegende Schreibfertigkeiten. Besonders in den ersten Schuljahren soll der Einsatz digitaler Lernmittel bewusster erfolgen.

Auch Dänemark empfiehlt inzwischen, Tablets und Computer wegzulegen, wenn sie für den Unterricht nicht benötigt werden, und analogen Lernformen wieder mehr Raum zu geben.

In Norwegen ging die Regierung im Juni 2026 noch einen Schritt weiter und schlug vor, den Zugang zu gedruckten Lehrmitteln an Grundschulen gesetzlich zu verankern.

Das bedeutet keineswegs, dass diese Länder der Digitalisierung den Rücken kehren. Vielmehr stellen sie eine wichtige Frage: Wann unterstützen uns digitale Werkzeuge tatsächlich – und wann sind traditionelle Methoden vielleicht sinnvoller?

Eine Frage, die wir uns durchaus auch ausserhalb des Klassenzimmers stellen könnten.

Denn nicht alles, was digital möglich ist, muss zwangsläufig digital erledigt werden.

Die Freude an Papier, Tinte und einem guten Stift

Es gibt noch einen anderen Grund, weshalb wir das Schreiben von Hand schätzen: das Material selbst.

Die Oberfläche eines schönen Papiers. Das sanfte Gleiten eines Füllhalters. Der feine Widerstand einer Bleistiftmine. Oder die kleinen Spuren, die eine Tinte beim Trocknen hinterlässt.

Es sind unscheinbare Details, die aus einer alltäglichen Tätigkeit ein besonderes Erlebnis machen können.

Gerade in Japan wird der Verbindung von Funktion, Material und Gestaltung grosse Aufmerksamkeit geschenkt. Marken wie TRAVELER’S COMPANY und Kunisawa zeigen, wie viel Sorgfalt in einem vermeintlich einfachen Notizbuch stecken kann.

Auch ein Bleistift von Blackwing oder ein Füllhalter von Ystudio erinnert daran, dass gute Werkzeuge nicht kompliziert sein müssen. Sie sollen sich richtig anfühlen, Freude bereiten und uns möglichst lange begleiten.

Für uns sind solche Gegenstände weit mehr als schöne Accessoires. Sie sind dafür gemacht, benutzt zu werden – jeden Tag aufs Neue.

Blackwing 21 Bleistift limitiert – Festes Graphit & Shaker Design

Einfach wieder anfangen

Vielleicht braucht es gar keinen besonderen Anlass, um wieder öfter von Hand zu schreiben.

Ein paar Zeilen am Morgen. Eine Idee, die einem unterwegs durch den Kopf geht. Eine Postkarte an einen lieben Menschen. Eine kleine Zeichnung oder eine Liste mit Dingen, die man nicht vergessen möchte.

Es muss nicht immer ein perfekt geführtes Journal mit wunderschöner Handschrift sein.

Manchmal reicht ein leeres Blatt Papier und ein Stift.

Und vielleicht liegt genau darin das Schöne: Für einen Moment geht es nicht um Geschwindigkeit, Effizienz oder das nächste digitale Update.

Sondern einfach darum, einen Gedanken festzuhalten.

Ink & Paper – die Freude am Ausprobieren

Weil uns die Welt von Papier, Tinte und Schreibgeräten so fasziniert, möchten wir diese Begeisterung auch mit anderen teilen.

Gemeinsam mit Kaweco und de Kempen laden wir zu unserem neuen Ink & Paper Anlass ins ASANDRI STUDIO in Zürich ein.

Am 28. Oktober und 3. November 2026 jeweils von 18 bis 20 Uhr, dreht sich alles ums Schreiben, Zeichnen, Skizzieren und Experimentieren mit Tinte.

Dabei geht es nicht darum, etwas perfekt zu beherrschen. Vielmehr möchten wir verschiedene Möglichkeiten entdecken, Materialien ausprobieren, Erfahrungen austauschen und gemeinsam einen inspirierenden Abend verbringen.

Die Teilnehmerzahl ist auf 6 bis 10 Personen begrenzt. Der Teilnahmebeitrag beträgt CHF 20 inklusive Getränke und Snacks.

Mehr über Ink & Paper erfahren und anmelden


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